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Ein Rückblick auf die 9. Beteiligungsrunde

Die 9. Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs zum Schwerpunktthema “Zusammen für ein nachhaltiges und inklusives Euopa” geht zu Ende. Zahlreiche Aktivitäten haben in Österreich und ganz Europa stattgefunden. Hier ein Überblick über die Highlights.

Von Jänner 2022 bis Juni 2023 fand der EU-Jugenddialog – begleitet von der Trio-Ratspräsidentschaft Frankreich, Tschechien und Schweden – rund um das aktuelle Schwerpunktthema „Zusammen für ein nachhaltiges und inklusives Europa“ statt. Im Zentrum standen die Youth Goals #3 „Inklusive Gesellschaften“ und #10 „Ein nachhaltiges, grünes Europa“. Die beiden Themen Inklusion und Nachhaltigkeit wurden innerhalb der Beteiligungsrunde nicht unabhängig voneinander betrachtet, sondern durchgehend zusammengedacht. 

Der EU-Jugenddialog findet auf sowohl auf Europäischer Ebene als auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten, so auch in Österreich statt. Zahlreiche Aktivitäten haben stattgefunden.
Der EU-Jugenddialog findet sowohl auf Europäischer Ebene, als auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten, so auch in Österreich statt. Zahlreiche Aktivitäten haben stattgefunden.

Konsultationsphase in Österreich

In der Konsultationsphase, die von Jänner bis September 2022 dauerte, haben junge Menschen erarbeitet, wie sie sich ein nachhaltiges und inklusives Europa vorstellen. In Österreich haben in dieser Zeit viele Aktivitäten stattgefunden:

  • Online-Umfrage zum Schwerpunktthema mit mehr als 1.500 Beantwortungen
  • 16 Workshops mit Gruppen junger Menschen (Jugendorganisationen, Schulklassen etc.)
  • 3. Österreichische Jugendkonferenz mit rund 50 Teilnehmer*innen aus ganz Österreich und Südtirol

Ergebnisse der Konsultation

Die Ergebnisse zeigen vor allem ein Problem auf, das die Politik ernstnehmen sollte: Das Verhältnis von jungen Menschen zur Politik ist angespannt, vor allem wenn es um das Thema Klima geht So haben drei Viertel der befragten unter 30-Jährigen das Gefühl, dass ihre Anliegen zum Klima von der Politik nicht ernstgenommen werden. Rund 60 Prozent glauben, dass sich das in Zukunft auch nicht ändert. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Befragung ist der Wunsch nach Klima-Bildung. Rund 55 Prozent der Befragten kennen keine jugendfreundlichen Informationsquellen zum Klimawandel. Sich zu informieren ist deshalb für viele Jugendliche oft mit intensiven Recherchearbeiten verbunden. Das führt auch dazu, dass die vielfältigen Auswirkungen der Klimakrise auch bei großem Interesse oft nicht zur Gänze verstanden werden und nicht alle jungen Menschen die gleiche Chance bekommen, sich einzubringen. Junge Menschen wünschen sich daher eine stärkere Verankerung von Klima-Bildung in den Schulen und eine altersgerechte Vermittlung des Themas bereits ab dem Kindergarten. Außerdem vermissen Jugendliche auch Möglichkeiten zu lernen, wie mit sie mit ihrer Zukunftsangst umgehen können.

Erfreuliche Nachrichten bringt die Befragung beim Thema Mobilität: Neun von zehn der Befragten geben an, die Möglichkeit zu haben, klimafreundliche Transportmittel zu verwenden. In den Städten ist der öffentliche Verkehr gut ausgebaut, aber es gibt einen deutlichen Wunsch nach sicheren Radwegen. Anders ist es im ländlichen Raum, da gibt es vor allem abends und in der Nacht wenige Möglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Insgesamt muss der öffentliche Verkehr aber auch inklusiver werden. Für Menschen mit Behinderung ist der öffentliche Verkehr besonders am Land nach wie vor eine Herausforderung. Barrierefreie Öffis sind auch 2023 leider noch keine Selbstverständlichkeit. Hier gibt es Aufholbedarf, damit jede Person ohne Hindernisse klimafreundliche Entscheidungen treffen kann.

Implementierungsphase in Österreich

In der Implementierungsphase wurde mit den Ergebnissen weitergearbeitet. Die Ergebnisse wurden analysiert und aufbereitet und an die relevanten politischen Ebenen herangetragen.

Die Ergebnisse der 9. Beteiligungsrunde wurden im Rahmen eines Pressegesprächs Medien, Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen präsentiert. Zudem nahm die Bundesjugendvertretung (BJV) die Ergebnisse in ihre Lobbyarbeit mit Entscheidungsträger*innen mit. Die Ergebnisse wurden auch bei zahlreichen Austauschtreffen mit Politiker*innen thematisiert.

Bei zwei regionalen Dialogveranstaltungen in Niederösterreich und Wien sowie bei der 4. Österreichischen Jugendkonferenz in Salzburg haben junge Menschen mit den zuständigen Landesrät*innen und der Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm die Umsetzung der Ergebnisse und der Youth Goals #3 und #10 diskutiert.

Die Jugendkonferenz und die anderen Aktivitäten der Implementierungsphase haben wieder einmal gezeigt: Junge Menschen haben viele Ideen und wollen ihre Lebenswelt mitgestalten. Dazu wurden Ideen gesammelt, wie junge Menschen stärker in Entscheidungen auf allen Ebenen eingebunden werden können. Die Vorschläge der Jugendlichen reichten von Jugendausschüssen in allen Gemeinden bis hin zu jugendgerechten Informationen zu politischen Prozessen. Politiker*innen auf der Jugendkonferenz gaben jeweils ein Commitment ab, sich im kommenden Jahr einem Thema der Beteiligungsrunde besonders zu widmen, z.B. mehr Austausch zwischen jungen Menschen und Politik auf Landesebene zu ermöglichen (Salzburg), der Etablierung von Umwelträten und Umweltworkshops in Schulen (Kärnten) oder der Schaffung eines Jugendbeirats für Personen mit Behinderungen zum Monitoring der UN-Behindertenrechtskonvention (Burgenland). Die Bundesjugendvertretung wird nach ca. sechs Monaten ein Follow-Up zu diesen Commitments anstoßen.

Europäische Ebene

Die Trio-Ratspräsidentschaft Frankreich, Tschechien und Schweden begleiteten die gesamte Beteiligungsrunde. Jedes halbe Jahr fand eine europäische Jugendkonferenz statt, auf welcher junge Menschen aus ganz Europa zusammenkamen, am Schwerpunktthema arbeiteten und mit europäischen Politiker*innen in den Austausch traten. Für Österreich nahmen die Europäischen Jugenddelegierten an den EU-Jugendkonferenzen teil.

Auf der letzten EU-Jugendkonferenz in Schweden erarbeiteten die Teilnehmer*innen – basierend auf den Ergebnissen der Beteiligungsrunde aus ganz Europa – Inputs für zwei politische Dokumente, die später im Rat der EU beschlossen wurden:

Auf europäischer Ebene sollen diese Dokumente, auch über die Beteiligungsrunde hinaus, wirken. In Österreich werden die Ergebnisse der gesamten 9. Beteiligungsrunde auch weiterhin – nach dem offiziellen Ende der Beteiligungsrunde – in die Lobbyarbeit der BJV fließen und bei Terminen mit Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung diskutiert.