In der 11. Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs stand das Youth Goal #1 „Die EU mit der Jugend zusammenbringen“ im Mittelpunkt. Über einen Zeitraum von 18 Monaten hatten junge Menschen aus ganz Europa zahlreiche Möglichkeiten, ihre Meinungen, Ideen und Forderungen einzubringen. Auch in Österreich fanden unterschiedliche Beteiligungsformate und Aktivitäten statt, die den Dialog zwischen jungen Menschen und der Politik stärkten.

Zu Beginn befragten wir junge Menschen in Österreich in unterschiedlichen Formaten dazu, was es für ein gutes Zusammenleben in der EU braucht, wie Vertrauen zwischen der EU und jungen Menschen aufgebaut werden kann und wie junge Menschen besser in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können. Dies geschah auch in allen anderen EU-Ländern. Alle Ergebnisse wurden dann zusammengetragen, analysiert und in diesem gesamteuropäischen Bericht veröffentlicht.

Das Bild zeigt junge Menschen, die lachen, klatschen und jubeln. Das Bild wurde im Rahmen der Österreichischen Jugendkonferenz 2026 aufgenommen.

Während einer Beteiligungsrunde im EU-Jugenddialog finden sowohl auf Europäischer Ebene, als auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten, Aktivitäten rund um ein festgelegtes Schwerpunktthema statt. In der 11. Beteiligungsrunde drehte sich alles um Youth Goal #1 Die EU mit der Jugend zusammenbringen.

Beteiligungsaktivitäten

Als Instrument zur Erhebung von Meinungen junger Menschen erstellten wir eine Online-Umfrage zu den Leitfragen der 11. Beteiligungsrunde. Insgesamt nahmen rund 2.280 Menschen zwischen 14 und 30 Jahren aus allen Bundesländern daran teil. Die Teilnehmer*innen wurden dabei gefragt,  inwiefern sie einzelnen EU-Institutionen vertrauen, welche Rolle die EU in ihrem Alltag spielt und welche Themenschwerpunkte sie als besonders wichtig erachten.

Gleichzeitig fanden Workshops mit jungen Menschen zum Schwerpunktthema statt. Geschulte Trainerinnen hielten diese in Schulklassen und Jugendgruppen ab. Eine zur Verfügung gestellte Handreichung mit Zielen, Leitfragen, Diskussionsanregungen und Methoden, sollte es Gruppen auch ermöglichen sich selbstangeleitet mit den Fragen zu beschäftigen.

Bei der Österreichischen Jugendkonferenz 2025 in Linz konnten wir dann 3 Tage lang mit rund 60 jungen Teilnehmer*innen sehr intensiv an den Fragestellungen arbeiten und auch mit politischen Entscheidungsträger*innen in den Dialog treten.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Ergebnisse der 11. Beteiligungsrunde in Österreich zeigen: Junge Menschen wünschen sich mehr Mitsprache und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Anliegen in der EU-Politik. Bei der Online-Umfrage geben zum Beispiel mehr als die Hälfte der Befragten an, den EU-Institutionen grundsätzlich zu vertrauen, gleichzeitig fühlt sich nur rund ein Viertel ausreichend von der EU-Politik vertreten. Dies betrifft insbesondere junge Menschen in finanziell schwierigen Lebenslagen oder mit Behinderungen.

Gefordert werden vor allem mehr Transparenz politischer Entscheidungen, verständliche Informationen über EU-Themen, ein stärkerer Dialog zwischen Generationen sowie mehr politische Bildung. Auch die Ergebnisse aus den Workshops und der Österreichischen Jugendkonferenz 2025 unterstreichen den Wunsch nach mehr EU- und Medienbildung, damit junge Menschen politische Prozesse besser verstehen und aktiv mitgestalten können.

Die österreichischen Ergebnisse decken sich in den meisten Aspekten mit den Ergebnissen auf EU-Ebene. Etwas positiver fiel im EU-Vergleich dabei das grundsätzliche Vertrauen in die EU und ihre Institutionen aus, sowie die sehr positive Haltung der österreichischen Befragten zu den Werten der EU.

Weitertragen der Ergebnisse

Nach all den Erhebungen, Analysen und fertigen Berichten, wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt und an relevante politische Ebenen herangetragen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz im Haus der EU wurden die Ergebnisse der Konsultation vor Medien präsentiert. Außerdem wurden diese in die politische Arbeit der BJV integriert und bei Terminen mit politischen Entscheidungsträger*innen aufgegriffen. Im Februar 2025 fand zudem eine Reise einer BJV-Delegation nach Brüssel statt, um die wichtigsten Aspekte persönlich mit Vertreter*innen des EU-Parlaments, der EU-Kommission oder unseren Partnern, der flämischen Jugendvertretung zu diskutieren.

Die Österreichische Jugendkonferenz 2026 in St. Pölten wurde ebenso dafür genutzt, um Teilergebnisse der 11. Beteiligungsrunde tiefgreifender zu diskutieren und den Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen zu ermöglichen. Da sich zu den Themen Zusammenleben vs. Polarisierung,  Medienbildung und Regulierung Sozialer Medien viel in den Ergebnissen fand, stellten wir die Jugendkonferenz unter das Motto “Die EU, Social Media und du” und gingen hier mit Workshops in die Tiefe. Die Teilnehmenden erarbeiteten aber auch einen Forderungskatalog, mit dem wir als BJV weiterarbeiten und den wir als Auftakt für die nächste Beteiligungsrunde verstehen.

Bei der Österreichischen Jugendkonferenz 2026 diskutierten junge Menschen mit den zuständigen Landesrät*innen und der Bundesministerin ihre Ideen und Forderungen.

Das Bild zeigt einen Raum voller Menschen, die an Tischinseln sitzen und gerade applaudieren.

Europäische Ebene

Während der 11. Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs hatten Polen, Dänemark und Zypern den Vorsitz im Rat der EU inne. Sie legten das Schwerpunktthema für den EU-Jugenddialog fest. In allen drei Ländern fand auch jeweils eine EU-Jugendkonferenz statt. Diese hatten einerseits zum Ziel die Ergebnisse aus den nationalen Erhebungen zusammenzuführen und andererseits konkrete Empfehlungen für die europäische Ebene auszuarbeiten. Für Österreich nahmen unter anderem unsere EU-Jugenddelegierten an den Konferenzen teil.

Alle Ergebnisse und Empfehlungen fließen am Ende jeder Beteiligungsrunde in eine sogenannte Ratsentschließung ein. Dieses Dokument soll sicherstellen, dass die Ergebnisse von den relevanten Entscheidungsträger*innen auf lokaler, regionaler, nationaler und EU-Ebene anerkannt und weiterverfolgt werden.

Ausblick

Ab Juli 2026 übernimmt Irland für 6 Monate den Vorsitz im Rat der EU, gefolgt von Lithauen und Griechenland. Dieses sogenannte Rats-Trio setzt ein Schwerpunktthema für die nächsten 18 Monaten des EU-Jugenddialogs fest. Der EU-Jugenddialog geht dann in seine 12. Runde und dreht sich um Youth Goal #4: Information und konstruktiver Dialog.

Dabei wird es ganz viel darum gehen, welche Bedenken und Anregungen junge Menschen hinsichtlich der Auswirkungen von sozialen Medien und KI auf ihren Zugang zu Informationen haben, welche Unterstütuzungsmaßnahmen sich junge Menschen wünschen, um kritische und verantwortungsbewusste Nutzer*innen und Produzent*innen von Informationen zu werden und wie das Recht auf freie Meinungsäußerung sowohl online als auch offline gewährleistet und geschützt werden kann. Ein Online-Umfrage und andere aktive Beteiligungsmöglichkeiten werden bereits geplant und finden sich auf unserer Website unter “Mitmachen“.