Bei einer Pressekonferenz im Haus der EU stellten die BJV-Vorsitzenden Anna Schwabegger und Sebastian Stark die Ergebnisse der 11.Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs vor. Diese zeigen deutlich: junge Menschen wollen mitbestimmen, fühlen sich aber zu wenig gehört. 

Im Rahmen des EU-Jugenddialogs hat die BJV von April bis September 2025 junge Menschen in Österreich befragt, wie sie EU-Politik erleben und welche Maßnahmen umgesetzt werden müssen, damit ihre Anliegen auf EU-Ebene stärker berücksichtigt werden.

Das Bild zeigt drei Personen auf dem Podium einer Pressekonferenz zu den Ergebnisse der Umfrage

BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger und Sebastian Stark, sowie BJV-Referentin Stephanie Auzinger präsentierten bei einem Pressegespräch am 11. November die Ergebnisse der 11. Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs.

Interessen der Jugend finden weniger Beachtung

Bei der bundesweiten Umfrage, an der mehr als 2.200 junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren teilgenommen haben, gab nur ein Viertel an, das Gefühl zu haben, dass ihre Interessen „sehr“ oder „zu einem großen Teil“ von der EU-Politik wahrgenommen werden. Vor allem junge Menschen, die sich in einer finanziell schlechteren Lage befinden oder junge Menschen mit Behinderung fühlen sich in ihren Anliegen nicht ausreichend vertreten.

Gleichzeitig ist das Vertrauen in EU-Institutionen aber durchaus hoch: Etwas mehr als die Hälfte (57 %) der befragten Jugendlichen meint, dass man darauf vertrauen könne, dass die EU die richtigen politischen Entscheidungen treffe. Junge Menschen erkennen, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten sich um Lösungen bemühen. Gleichzeitig bleiben jedoch viele der Themen, die für die junge Generation besonders wichtig sind, außen vor.

Die Ergebnisse geben ein Stimmungsbild wie junge Menschen in Österreich die Politik der EU wahrnehmen und was sie sich von ihr erwarten.

Auf der Graphik wird dargestellt, dass nur 25 Prozent der Umfrage Teilnehmenden das Gefühl haben, dass ihre Interessen von der EU sehr oder zu einem großen Teil berücksichtigt werden

Ruf nach politischer Bildung, Beteiligung und jugendgerechten Informationen

Um das Vertrauen in EU-Institutionen zu stärken, gaben über 1.800 Befragte an, dass es aus ihrer Sicht wichtig wäre, bessere Möglichkeiten zu haben, Entscheidungen von Politiker*innen transparent nachvollziehen zu können. Fast ebenso viele Teilnehmende betonten zudem, wie wichtig es ist, leicht verständliche Informationen über aktuelle EU-Themen sowie über die Prioritäten der Parteien zu erhalten.

Damit junge Menschen die Prioritäten und Abläufe der EU nachzuvollziehen können, braucht es jugendgerechte Informationen, die komplexe Themen herunterbrechen und verständlich machen. So können junge Menschen besser mitreden.

Auch bei der Frage, wie die Anliegen junger Menschen besser berücksichtigt werden können, hatten die Befragten klare Vorstellungen: Über 1.800 Teilnehmende betonten die Bedeutung eines stärkeren Dialogs zwischen jüngeren und älteren Generationen bei politischen Entscheidungen. Mehr als 1.700 sprachen sich für mehr junge Politiker*innen auf EU-Ebene aus und für über 1.500 junge Menschen sind regelmäßige Befragungen zu aktuellen Themen, der Kontakt zu Entscheidungsträger*innen sowie die Einrichtung von Jugendbeiräten wichtig.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Politik auf EU-, nationaler und regionaler Ebene Maßnahmen setzen muss, damit junge Menschen mehr direkten Austausch zwischen den Generationen und mit der Politik erleben können. Gleichzeitig braucht es neben jugendgerechten Informationen auch einen Ausbau politischer Bildung.

Jugendkonferenz-Ergebnisse unterstreichen die Umfrage 

Dass sich junge Menschen vor allem in der Schule mehr EU-Bildung wünschen, war auch ein zentrales Ergebnis der Österreichischen Jugendkonferenz und der Workshops, die die BJV im Rahmen des EU-Jugenddialogs durchgeführt hat. Insgesamt über 280 junge Menschen nahmen an diesen Aktivitäten teil und befürworteten auch einen Ausbau der Medienbildung, damit sie lernen, wie sie politische Informationen besser einordnen und bewerten können.

Ergebnisse werden an die Politik weitergegeben

Die BJV arbeitet mit den Ergebnissen nun weiter und trägt sie an politische Entscheidungsträger*innen auf allen Ebenen heran. Wir fordern von der Politik, dass diese mit wirksamen Maßnahmen reagiert und die Ergebnisse nicht in der Schublade verschwinden. Um die EU greifbarer zu machen, sind alle politischen Ebenen gefragt.

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